Einige Gedanken zum November…..

November

das Jahr neigt sich dem Ende zu. Unsere Kinder in der Kita verfolgen, wie die Bäume die Blätter abwerfen, die Pflanzen sich in die Erde zurückziehen und die Natur ihre bunte Farbe verliert. Nach einigen sonnigen Herbsttagen wird es kalt. Mütze, Schal und dicke Schuhe gehören wieder zum Alltag. „Draußen ist es aber kalt und in meiner Gruppe ist es so schön kuschelig,“ stellt Fiona fest.                           „Wo sind denn die Blumen hin?“ fragt ein anderes Kind. „Sind die gestorben? So wie der tote Vogel, den wir gefunden und begraben haben?“                                                                                                                                                                                                                                Dieses konkrete Erleben von Werden und Vergehen, von Frieren und Wärmen weist Kindern den Kreislauf der Schöpfung auf, von dem wir Menschen auch ein Teil sind.

Kindern macht der Tod in der Regel keine Angst. Darum können sie unbefangen darüber reden, Beerdigung spielen und sich rührend um tote Tiere am Wegrand kümmern oder sie untersuchen.

Aber Kinder machen sich über die Welt Gedanken – auch über den Tod und was danach wohl sein wird.

Sterben gehört zum Leben dazu, das ist uns Erwachsenen bewusst und dennoch ist es ein Tabuthema, das wir nur ungern ansprechen.

Aber wie können Kinder verarbeiten, wenn nicht nur das geliebte Haustier, sondern ein Familienangehöriger oder guter Freund stirbt? Wir Erwachsenen haben oft das Gefühl der Ohnmacht und die eigene Trauer versetzt uns in einen Ausnahmezustand.

„Wie kann ich mein Kind begleiten?“ fragen uns dann die Eltern in der Kita. „Wie erkläre ich meinem Kind, dass der Opa tot ist und nicht wieder kommt? Ich kann ja selbst keinen klaren Gedanken fassen.“

Eine schwierige Situation. Schnell versuchen wir Erwachsenen die Kinder zu schützen. Wir schließen sie aus. Sie sind scheinbar zu klein, um sich mit dem Tod und der Beerdigung auseinanderzusetzen.

Aber Kinder setzen sich trotzdem mit diesem Thema auseinander. Und wir Erwachsenen dürfen sie dabei nicht alleine lassen. Es ist wichtig mit ihnen zu reden und ihnen Antworten auf ihre Fragen zu geben. Sie jedoch nicht mit Erklärungen zu überschütten.

Um auf die Fragen der Kinder antworten zu können, ist es gut zu wissen, in welchem Alter Kinder den Tod wie verstehen können. Die Altersangaben sind nur Richtwerte:

Bis zum 3. Lebensjahr kennen die Kinder zwar das Wort „Tod“, können es aber nicht deuten. Tote können alles, was Lebende auch können.   Kinder in diesem Alter nehmen aber besonders die Stimmungen war und alles, was Angst macht, kann zu einem Rückschritt in der Entwicklung führen.

Hilfe in diesem Alter: Stabiliät im Alltag, emotionale Unterstützung, Nähe, Wärme.

Bis zum 4. Lebensjahr es gibt keine klare Trennung zwischen Leben und Tod. Tod und Sterben sind Ereignisse, die Trennungsängste auslösen können, aber die Endgültigkeit wird nicht begriffen. Das Zeitgefühl entwickelt sich langsam, aber „immer“ oder „nie wieder“ und „ewig“ wird nicht verstanden.

Hilfe in diesem Alter: Zeit und Geduld, Abschiedsrituale, aktiv erinnern(dort hat Opa immer gesessen, Fotos anschauen).

Bis zum 7. Lebensjahr Kinder verstehen: Das Herz schlägt nicht mehr, deshalb stirbt man. Kinder verstehen aber nicht die Endgültigkeit und dass jeder (auch sie) sterben muss. Sie haben Interesse am Sachthema Tot. Sie wollen oft wissen, wie es den Toten geht und was der Tod mit Krankheit und Alter zu tun hat. Sie sind sehr direkt bei dem Thema, haben aber keine Schuldgefühle (wenn Oma stirbt, bekomme ich ihr Zimmer).

Hilfe in diesem Alter: Dem Thema nicht ausweichen, Bilderbücher ansehen und besprechen und die Kinder fragen, wie sie sich Dinge vorstellen. Wärme, Geborgenheit, Rituale im Alltag.

Was Erwachsene noch tun können:

  • Zeit für das Kind nehmen
  • Orte schaffen, die „trauerfrei“ sind
  • Ehrlich die eigene Trauer eingestehen
  • Zurückfragen: Wie stellst du dir den Tod vor? Wo ist Opa wohl jetzt?
  • Das Kind erzählen lassen

 

Wenn Sie noch weitere Fragen zu diesem ganz besonderen Thema haben oder Literaturempfehlungen brauchen, sprechen Sie uns gerne an.